Pressemitteilung

Frankfurt am Main, 17.09.2014

Kinder- und Jugendbuch: Wie viel verdient der Autor?

Autoren leiden unter fehlenden verbindlichen Gehaltsregelungen und zunehmend schwerer kalkulierbaren Einkommen | aktuelle GfK-Zahlen im neuen Börsenblatt-Spezial zeigen ein leichtes Umsatzplus für Kinder- und Jugendbücher

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Joanne K. Rowling hat es vorgemacht: Mit dem Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern kann man reich werden, sogar sehr reich. Das Vermögen, das sie ihrer Romanfigur Harry Potter verdankt, wird derzeit auf rund 680 Millionen Euro geschätzt. Die Realität deutschsprachiger Autoren in diesem Segment ist eine andere. Über die Durchschnittsgehälter und die Ausgestaltung branchenüblicher Verträge wird viel spekuliert. Für das aktuelle Spezial Kinder- und Jugendbuch hat das Börsenblatt deshalb bei Verlagen und Autoren nachgefragt, wie es um die Verdienstmöglichkeiten bestellt ist. Ergebnis: Eine einheitliche Linie fehlt, die Garantiesumme für einen Kinder- oder Jugendroman beträgt zwischen 4.000 und 5.000 Euro – mit abnehmender Tendenz.

Eine prozentuale Beteiligung der Autoren am Verkaufserlös und die Zahlung eines nicht mehr rückforderbaren Vorschusses darauf sind zwar gebräuchlich, die Höhe der Zahlungen variiert allerdings stark, so die Ergebnisse der stichprobenhaften vertraulichen Umfrage. Verlockende 10 Prozent vom Nettoverkaufspreis zahlten die Verlage meist nur bei Auflagen im höheren fünfstelligen Bereich.

Erwartungsgemäß fällt die Bewertung der derzeitigen Einkommenssituation von Urhebern bei den Beteiligten unterschiedlich aus. Laut Renate Reichstein, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen avj, hätten Autoren und Illustratoren durch die Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Bücher in den vergangenen Jahren von höheren Auszahlungen profitiert. Gleichzeitig mahnen die Autoren die Drosselung der Garantiehonorare und die um sich greifende „professionelle Verschleppung“ an – also die Vertragsunterzeichnung kurz vor der Manuskriptabgabe oder sogar erst danach. Eine regelmäßig behauptete finanzielle Benachteiligung von Jugendbuchautoren im Vergleich zu belletristischen Autoren konnte nicht belegt werden.

Laut aktuellen GfK-Zahlen entwickelt sich der Umsatz mit der Literatur für Kinder und Jugendliche positiv. In den vergangenen zwölf Monaten ist er am deutschen Buchmarkt leicht um 0,4 Prozent gestiegen und hat damit einen Anteil von 17,4 Prozent am Gesamtmarkt. Im Bereich Kinderbücher bis 11 Jahre hat sich im betrachteten Zeitraum der Titel „Ostwind – Rückkehr nach Kaltenbach“ am meisten verkauft, bei den Jugendbüchern ab 12 Jahren steht mit „Echt übel!“ der achte Band aus der Reihe „Gregs Tagebuch“ an der Spitze – auch die vorangegangenen sieben Titel sind unter den aktuellen Top 15 vertreten. Die vollständigen Bestsellerlisten Kinderbuch und Jugendbuch erscheinen im neuen Börsenblatt-Spezial am Donnerstag, 18.09.2014.

Weitere Themen dieser Ausgabe:

  • Wie Verlage mit unverlangt eingesandten Manuskripten umgehen
  • Ein Fest fürs Auge: Pop-ups und Bilderbücher
  • Schräg und erzählfreudig: Novitäten finnischer Jugendbuchautoren

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