Pressemitteilung

Frankfurt am Main, 12.02.2014

Metadatenbank VLB+: Arbeitsgruppen liefern konkrete Ergebnisse

Die Arbeiten an der Metadatenbank VLB+ gehen voran. In drei Workshops konkretisierten die Teilnehmer vergangene Woche Ziele und Inhalte der Arbeitsbereiche „Datenqualität und Semantik“, „Digitale Vorschauen“ sowie „Bewertungsdatenbank und Rezensionen“.

Die Gruppe „Datenqualität und Semantik“ beschäftigte sich mit der Frage, wie die Datenqualität im VLB zum Nutzen aller Sparten maximiert werden kann. „Das VLB ist viel mehr als nur ein buchhändlerisches Arbeitsmittel, es ist ein wichtiges Marketingtool für den Buchverkauf. Umso wichtiger sind vollständige und plausible Daten“, sagt Dieter Dausien, Inhaber des Buchladens am Freiheitsplatz in Hanau. Um die Qualität der Daten im VLB zu verbessern, diskutierten die Teilnehmer ein finanzielles Anreizsystem. Damit hätten Verlage, die gute Datenqualität liefern, finanzielle Vorteile bei der Titelmeldung. Grundlage für das Anreizsystem sind ausgefüllte Grunddatenfelder sowie Qualitätsanforderungen an die gelieferten Titeldaten und deren Plausibilität. Die MVB erarbeitet einen für Verlage und Buchhändler konsensfähigen Vorschlag, welche Felder und welche Qualitätsforderungen berücksichtigt werden sollen. Auf mehrheitliches Interesse stießen Vorschläge zur semantischen Suche und zum Aufbau redaktioneller Services im VLB. Die vorgestellten Ideen werden in den nächsten Wochen konkretisiert und zur Abstimmung in der Task Force gebracht. Die Erhöhung der Datenqualität wird von den Branchenteilnehmern und von der MVB als das mit Abstand wichtigste Teilprojekt der Metadatenbank gesehen.

Das Thema „digitale Verlagsvorschauen“ brachte die Marketingverantwortlichen vieler Verlage, aber auch Buchhändler und das Barsortiment zusammen. „Wir sollten gemeinsam auf eine Branchenlösung hinarbeiten, da es für den Handel nicht sinnvoll ist, je nach Verlag unterschiedliche Systeme zu verwenden“, fordert Thomas Weigelt, Vertriebsleiter bei Goldmann. Ein gemeinsamer Datenpool und gemeinsame Datenstandards bilden nach Ansicht der Teilnehmer das notwendige Fundament. Digitale Vorschauen sollen dabei nicht in Anlehnung an Printvorschauen gedacht werden, sondern im Sinne eines umfassenden Titelinformationsservices für alle Zielgruppen, in enger Kooperation mit dem VLB. Schnittstellen zu bestehenden Verlagssystemen sowie zu Warenwirtschafts- und Bestellsystemen der Buchhändler werden von den Teilnehmern als grundlegend für den Erfolg gesehen. Buchhändler wünschen sich darüber hinaus eine Exportfunktion von werblichem Material für ihr Endkundenmarketing. Weiterer Programmpunkt: Die Anbieter Softpoint, Above the Treeline (Edelweiss), Newbooks Solutions und Zero+ stellten bestehende Vorschaulösungen vor. Bis zur Leipziger Buchmesse soll der Leistungsumfang eines verlagsübergreifenden Services konkretisiert werden. Besonderer Fokus liegt dabei auf den Bedürfnissen im Buchhandel.

Auch in der Runde „Bewertungsdatenbank und Rezensionen” wurden konkrete Ergebnisse erarbeitet. Die Teilnehmer befürworten den Aufbau einer unabhängigen Bewertungsdatenbank für den deutschen Buchhandel. Voraussetzung für den Projektstart wäre, dass sich mindestens 350 Buchhändler von Beginn an aktiv engagieren. Täglich sollten insgesamt mindestens 50 neue Bewertungen entstehen, mit deutlich steigender Tendenz. Rezensionen können zu allen Medien mit ISBN/EAN geschrieben werden; eine Listung der Medien im VLB ist nicht erforderlich. Das Vorgehen: So einfach wie möglich, so komplex wie nötig. Einigkeit besteht darin, am Anfang auf ein vielschichtiges Abrechnungssystem, wie ursprünglich überlegt, zu verzichten. Diskutiert wurde auch über die Integration professioneller Medienrezensionen ins VLB. Aufgrund der zu erwartenden hohen Lizenzierungskosten wurde dem Vorhaben jedoch eine niedrige Priorität zugeordnet.

„Ich finde es bemerkenswert, wie sich Vertreter aller Sparten gemeinsam engagieren und mit der Metadatenbank ein wichtiges Instrument entwickeln, um künftigen Herausforderungen im Buchhandel gewachsen zu sein“, sagt Ronald Schild, Geschäftsführer der MVB.

Die drei Arbeitsgruppen werden ihre Ergebnisse bis zur Leipziger Buchmesse weiter ausarbeiten. Am Mittwoch vor der Leipziger Buchmesse tagt die ursprüngliche Task Force-Gruppe mit dem Ziel, nach der Bewertung der Ergebnisse eine Empfehlung für das weitere Vorgehen auszusprechen.

Der Vorstand des Börsenvereins hatte im Frühjahr 2013 der MVB den Auftrag erteilt, auf Basis des VLB eine Metadatenbank für Buchdaten aufzubauen. Die Datenbank soll durch die Kooperation aller drei Sparten – Buchhandel, Verlage und Zwischenbuchhandel – entstehen. Zielsetzung ist es, den Mitgliedsunternehmen Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

Ansprechpartnerin bei der MVB ist Sandra Schüssel, s.schuessel@mvb-online.de.

Über das Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB)
Das Verzeichnis Lieferbarer Bücher listet seit mehr als 40 Jahren nahezu alle lieferbaren deutschsprachigen Publikationen. Zurzeit enthält das VLB Informationen zu über 1,7 Millionen Titeln von mehr als 21.000 Verlagen. www.vlb.de

Über die MVB
Die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH ist ein Tochterunternehmen des Gesamtverbands Börsenverein des Deutschen Buchhandels und bietet Verlagsprodukte und Dienstleistungen, die das Marketing von Büchern unterstützen und die Orientierung am Markt erleichtern. Der Service für Buchhändler und Verleger im immer komplexer werdenden Markt hat Priorität. Unabhängigkeit und Wirtschaftlichkeit gehören zu den Prinzipien der Arbeit der MVB. Unter dem Dach der MVB sind folgende Kernprodukte gebündelt: Das Börsenblatt, als auflagenstärkstes Fachmagazin des deutschen Buchhandels, das Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB), die umfassendste Kommunikations- und Marketingplattform der Branche, libreka!, die E-Book-Distributionsplattform, sowie das Buchjournal, das Kundenmagazin für den Buchhandel.

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