Pressemitteilung

Frankfurt am Main, 29.11.2018

Datenmanager brauchen mehr Sichtbarkeit

100 Experten diskutierten beim MVB Data Summit 2018 unter dem Motto “Metadaten meets Monitoring” über künstliche Intelligenz, automatisierte Prozesse und einheitliche Standards, aber auch über das Berufsbild und den Erfolgsfaktor Mensch | Nächste Jahreskonferenz am 27.11.2019

Logo MVB

Wenn es darum geht, das Buch in der öffentlichen Wahrnehmung wieder präsenter zu machen, sind aussagekräftige Metadaten der Dreh- und Angelpunkt. Beim gestrigen MVB Data Summit wurde die aktuelle Diskussion nun um eine Dimension erweitert: die Rolle der Datenmanager. Die Erkenntnis, dass deren Arbeit in den Unternehmen noch nicht konsequent genug als Führungsaufgabe gelebt wird, zog sich wie ein roter Faden durch den Veranstaltungstag. Bereits zum dritten Mal hatte der Technologie- und Informationsanbieter MVB die Datenmanager der Buchbranche ins Frankfurter Haus des Buches eingeladen. Die ausverkaufte Fachveranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto “Metadaten meets Monitoring”. Ein Dutzend Referenten und 100 Teilnehmer diskutierten Möglichkeiten, wie sich die Ergebnisse des Datenmanagements noch besser sichtbar machen lassen und wie Unternehmen die Potenziale dieser Disziplin mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und einheitlichen Standards noch besser ausschöpfen können.

Permanenter Kampf um Ressourcen

Das Datenmanagement hat es schwer, sich gegen andere Projekte zu behaupten, die kurzfristig besser quantifizierbare Ergebnisse liefern. “Verbesserungen der Datenqualität sehen sie erst mal gar nicht”, erklärte Björn M. Wagner, Leiter der Teams Growth & Engagement sowie Data & Testing bei Zeit Online, in seiner Keynote zum digitalen Lesermarkt. Deshalb gehöre konsequente Überzeugungsarbeit zu seinem Arbeitsalltag. Greifbares Monitoring und Reporting sei dafür unerlässlich, dürfe aber kein Selbstzweck sein. Die Daten müssten für das Unternehmen tätig werden, nicht andersherum – getreu dem Motto “dateninformiert statt datengetrieben”. Außerdem müsse ihre Verwertbarkeit von Anfang an mitgedacht werden. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigte Wagner am Beispiel der fünfstelligen Zuwächse bei den Digital-Abonnements, die die Wochenzeitung durch gezielte Kundenansprache in jüngster Zeit erreicht hat. Während sich die Wahrscheinlichkeit einer Abonnement-Kündigung relativ gut aus dem Nutzerverhalten heraus prognostizieren lasse, sei die Ableitbarkeit für das Interesse an redaktionellen Inhalten aber begrenzt.

Menschliche Expertise gewinnt an Bedeutung

Stefan B. Herbert, Manager Technical Sales Analytics bei IBM, erteilte in seiner Keynote dem Vorurteil, dass künstliche Intelligenzen Menschen ersetzen werden, eine Absage. Ganz im Gegenteil: Ein lernendes System lebe von den Menschen, die es entsprechend trainieren und die Ergebnisse interpretieren können, um automatisierte Fehleinschätzungen zu verhindern. Am Beispiel juristischer Texte veranschaulichte er, wie die künstliche Intelligenz Watson Muster bei Bildern, Sprache und Stimmungen in großen Informationsmengen erkennt und analysiert.

Monitoring ist kein Hexenwerk

Tauchen fehlerhafte Angaben in den Metadaten auf oder gibt es Probleme bei der Ausspielung an Dritte, ist die Fehlersuche bisher oft eine arbeitsintensive Einzelfallbehandlung, da die Datenflüsse nicht transparent sind. Abhilfe kann die strukturierte Bündelung verschiedener Informationsquellen sein, die eine konstante Kontrolle auf Basis von KPIs ermöglicht. Abfragen, Analysen und Benachrichtigungen können so automatisiert werden und erlauben ein aktives, schnelles Eingreifen bei Problemen. Ein Beispiel für eine solche Architektur präsentierte Senior Data Manager Benjamin Feuchter von Springer Nature. Mit der webbasierten Eigenentwicklung “Book Data Monitoring” kann der Wissenschaftsverlag Daten sammeln, verarbeiten, analysieren und per Dashboard visualisieren. Die Ergebnisse helfen nicht nur dabei, Fehler und Lücken in den Systemen schneller zu erkennen und zu beheben, sondern steigern auch das interne Bewusstsein für die Qualität der Metadaten. Nach Ansicht von Feuchter lasse sich dieses Monitoring-Prinzip auch in kleineren Unternehmen leicht umsetzen.

Interdisziplinäre Teams und konkrete Anwendungsfälle versprechen Erfolg

Die Frage, wie Metadatenmanager ihr Ziel erreichen, stand unter anderem im Mittelpunkt einer Round-Table-Session, die von Verlegerin und Coach Karin Schmidt-Friderichs moderiert wurde. Das Anforderungsprofil ist komplex: Datenmanager müssen mit neuem Denken in alten Strukturen führen, ohne Chef zu sein. Dabei gilt es zwischen unterschiedlichen Interessen zu vermitteln, interne Multiplikatoren zu überzeugen, Bedürfnisse abzufragen und das Change-Management zu orchestrieren. Im Idealfall sind Datenmanager Impulsgeber für das gesamte Unternehmen. Das kann aber nur gelingen, wenn das Datenmanagement als übergreifende Aufgabe im Unternehmen verstanden und im Teamwork ausgeführt wird. Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: “Alleine kann man es nicht super gut machen.” Operative Aufgaben müssen also entsprechend verteilt werden, damit Datenmanager sich auf ihre steuernde und beratende Funktion konzentrieren können. Dazu gehören der regelmäßige und bedarfsbezogene Austausch, qualifizierte Rückmeldungen und Hilfestellungen bei konkreten Problemen sowie praxisbezogene Schulungen.

Mehrfach wurde in den Runden die Einführung des Novitätensystems VLB-TIX als entscheidender Meilenstein in der Entwicklung hin zu einem umfassenden Metadatenmanagement in den Unternehmen thematisiert. Sandra Schüssel, die den Geschäftsbereich VLB-TIX bei MVB leitet, stellte aktuelle Ergebnisse einer Umfrage unter den VLB-TIX-Administratoren vor, die bestätigten, dass der unmittelbar greifbare Nutzwert der digitalen Vorschau Kollegen aus anderen Bereichen überzeugt und die Zusammenarbeit fördert.

Einheitliche Standards müssen dynamisch weiterentwickelt werden

“Standards sind wie Klempnerarbeiten: sie lösen Probleme, aber sie sind nicht umsonst zu bekommen”, erklärte Graham Bell, Executive Director and Chief Data Architect, von der Standardisierungsorganisation Editeur. Bei Neu- und Weiterentwicklungen gelte es deshalb nicht nur die möglichen Anwendungsfälle genau im Blick zu behalten, sondern auch tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dabei verwies er auch auf das Beispiel des Personen-Identifiers ISNI, der inzwischen sogar branchenübergreifend zum Einsatz kommt – Youtube verwendet den Standard seit einiger Zeit zur eindeutigen Identifizierung von Urhebern der Videos in seinem Portal.

Bei der Vorstellung der Jahresthemen der IG Produktmetadaten im Börsenverein berichteten die beiden Sprecher Marion Seelig, Digital Development / Datenmanagement bei den Ullstein Buchverlagen, und Dr. Detlef Bauer, Katalogredaktion / Data Integration Management bei Libri, unter anderem von den Überlegungen zum Umgang mit Veranstaltungsdaten in Zeiten der digitalen Vorschau. Man arbeite derzeit an Lösungen für standardisierte Ankündigungen. Die Entwicklung der potentiellen Datenfelder sei geprägt von der Frage, wonach die Adressaten solcher Informationen suchen. Außerdem werden auch mögliche Ausspielungen zur Darstellung in Kalendern oder auf Landkarten von vorneherein mitgedacht.

Welche Anwendungen die Thema-Klassifikation schon jetzt ermöglicht, stellte Metadata & eCommerce Manager Tobias Streitferdt am Beispiel eines aktuellen Pilotprojekts der Holtzbrinck-Gruppe dar, bei dem Webshops auf Basis der Thema-Struktur entstehen. Außerdem räumte er mit dem Vorurteil auf, dass der Standard vom Handel nicht genutzt wird: „Amazon mappt bereits über 60 Prozent seiner Navigation aus der Thema-Klassifikation und treibt die weitere Implementierung voran. Als Verlag sind sie bald raus, wenn sie ihre Titel nicht entsprechend ausweisen.“ Auch der Webshop der Schweitzer Fachinformationen und VLB-TIX zeigten deutlich die Vorteile einer thematisierten Darstellung. Zudem werde Thema ständig ausgebaut. So enthalte die neue Version 1.3 zum Beispiel viele neue geografische Qualifier und erstmals auch spezifische Merkmale für den Bereich Pädagogik.

Ein Wunsch war allen Referenten gemein: Standardisierung lebt vom fortlaufenden Feedback aus der Branche. Vorschläge für Anpassungen können bei den verschiedenen Gremien meist sehr niedrigschwellig eingereicht werden. Bei bestehender Marktrelevanz stehen die Erfolgsaussichten für die Aufnahme sehr gut.

Eindrücke vom diesjährigen Netzwerktreffen bietet die Bildergalerie unter: www.datasummit.de. Der nächste MVB Data Summit findet am Mittwoch, 27.11.2019, im Frankfurter Haus des Buches statt.


Materialien zum Herunterladen

Logo MVB


Weitere Informationen

Über den MVB Data Summit

Beim MVB Data Summit treffen sich Experten aus Verlagen, Buchhandlungen und Dienstleistungsunternehmen, um sich über Lösungen für effizientes Datenmanagement inner- und außerhalb der Buchbranche auszutauschen. Verantwortlichen aus den Bereichen IT, Marketing und Vertrieb bietet das Netzwerktreffen eine Plattform für Best Practices und Zukunftsstrategien im Umgang mit Produkt- und Kundendaten. Veranstalter der Jahreskonferenz ist der Technologie- und Informationsanbieter MVB.
www.datasummit.de

Über die MVB

Der Technologie- und Informationsanbieter MVB macht Bücher sichtbar. Zentrale Plattformen auf Basis internationaler Metadatenstandards ermöglichen Verlagen und Buchhandlungen im In- und Ausland die erfolgreiche und effiziente Vermarktung ihrer Titel. Redaktionelle und werbliche Formate sowie der persönliche Austausch bei Netzwerkveranstaltungen geben Orientierung in den verschiedenen Buchmärkten. Im engen Austausch mit Kunden und Marktteilnehmern aus allen Bereichen der Buchbranche arbeiten die Teams an den Standorten in Frankfurt am Main, New York und São Paulo fortlaufend an innovativen Infrastrukturlösungen für den Buchhandel der Zukunft.
www.mvb-online.de | www.facebook.com/mvbfrankfurt | www.xing.com/companies/mvbgmbh


Kontakt MVB

Markus Fertig | PR-Manager
Tel.: +49 69 1306-374 | Fax: +49 69 1306-17374
m.fertig@mvb-online.de


Teilen Sie diese Pressemitteilung mit Ihrem Netzwerk: